Rituale sind Handlungen und Worte, die zusammen mit Gegenständen symbolisch dem Erreichen eines bestimmten Zieles dienen.

In unserer alltäglichen Welt leben wir heute sehr individualisiert und oft getrennt vom großen Ganzen. Schon kleine Rituale können helfen, dieses Größere wieder zu erfahren und einen stimmigen Platz darin einzunehmen.

Rituale verbinden uns mit unserer ureigenen Spiritualität, lockern die Seelen und heben uns aus dem Alltagsbewusstsein heraus, um uns wieder an das Wesentliche zu erinnern.
Therapeutisch können in rituellen Handlungen Lebensthemen und persönliche Anliegen dargestellt und symbolisch zu einer Lösung gebracht werden.
Die individuelle Sichtweise erweitert und verändert sich.
Wir erleben eine lebensverändernde Kraft und finden einen an den Urgrund gebundenen Lebenssinn.

Durch das Schaffen eines heiligen Raumes, eines Sanktuars, grenzen wir uns von der Alltäglichkeit ab und öffnen ein Tor zur geistigen Welt.
Das Räuchern heimischer Kräuter ist dazu ein wichtiges Mittel.
Kräuter, die schon den vorchristlichen Kelten, Germanen und Slawen heilig waren, ihre Seelen öffneten und sie mit den Göttern verbanden, sind zum Beispiel Beifuss, Wacholder, Mariengras und das Harz der Tanne.

In einem Ritual begleitet der Rauch die Handlungen. Entsprechend den inneren Prozessen, die Unterstützung benötigen, wähle ich unterschiedliche Kräuter und Harze, denn jeder Räucherstoff entfaltet mit dem Verbrennen seine spezielle Heilwirkung. Sie entspricht dem gelösten Geist der Pflanze.

Physiologisch wirkt der Duft vor allem auf das limbische System, ein ursprüngliches, primitives  Hirnareal, in dem unsere Urgefühle, Reflexe und das tiefe Unbewusste schon vor dem Intellekt und gesellschaftlicher Programmierung vorhanden waren. Auch darauf beruht die große, verändernde Kraft des Räucherns.

RäuchernDas Räuchern von Beifuß, Holunder und Engelwurz in den Raunächten ist ein Beispiel für die rituelle Nutzung der Pflanzen . Sie umfassen die 12 Nächte nach der Heiligen Nacht bis Tag der Heiligen Drei Könige, dem 6. Januar.
In dieser Zeit fegen im Alpengebiet die Perchten, im Norden Wotan mit ihren Gefolgen über das Land. Sie führen nach alten Überlieferungen umherirrende Seelen ins Jenseits und prüfen die Herzen der Lebenden.
Die Raunächte schaffen den Rahmen, um über das kommende Jahr zu orakeln. Tagsüber kann schützend und reinigend geräuchert werden.
Am Tag der Heiligen Drei Könige werden  Haus und Hof energetisch gereinigt, mit entsprechenden Kräutern und Harzen weihend geräuchert und die Türen mit Schutzzeichen versiegelt.